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Zahnarztzentrum

Michiganschiene bei Bruxismus

Eine Michiganschiene ist ein probates Mittel zur Entspannung des gesamten Mundraums. Die Schienentherapie wird auch nach ihren Erfindern Ash und Ramfjord benannt und hat mehrere Anwendungsgebiete. Bewirkt wird eine bessere Trennung von Ober- und Unterkiefer, bei der die Berührung der Zähne verhindert wird.

Wissenswertes

Was leistet eine Michiganschiene?

Die Michiganschiene ist eine spezielle Zahnschiene, die vor allem zur Entlastung des Kiefers und zum Schutz der Zähne eingesetzt wird. Sie verhindert den direkten Kontakt zwischen Ober- und Unterkiefer und sorgt dadurch für eine deutliche Entspannung der Kiefergelenke sowie der umliegenden Muskulatur. Gerade bei Menschen, die unbewusst mit den Zähnen knirschen oder stark pressen, kann eine Michiganschiene eine wichtige therapeutische Unterstützung sein.

Die Schiene wird häufig auch als Aufbissschiene bezeichnet. Sie besteht aus transparentem Kunststoff und wird individuell an die Zähne angepasst. Durch ihre spezielle Form ermöglicht sie nur minimale Bewegungen zwischen den Kieferhälften – in der Regel etwa einen halben Millimeter. Diese kleine Bewegungsfreiheit reicht aus, um die natürliche Funktion des Kiefers zu unterstützen, gleichzeitig aber übermäßigen Druck zu verhindern.

Ein besonderes Merkmal der Michiganschiene ist die gezielte Kontaktfläche. In vielen Fällen liegt die Schiene hauptsächlich im Bereich der Eckzähne auf. Dadurch wird der Druck beim Zusammenbeißen gleichmäßig verteilt, während gleichzeitig ein hoher Tragekomfort gewährleistet bleibt. Die Muskulatur kann sich entspannen und das Kiefergelenk wird deutlich entlastet.

Langfristig trägt die Schiene dazu bei, Schäden an den Zähnen zu verhindern. Gerade bei nächtlichem Zähneknirschen entstehen oft starke Belastungen, die den Zahnschmelz abnutzen oder sogar zu Rissen im Zahn führen können. Eine Michiganschiene wirkt hier wie eine Schutzschicht und verhindert direkten Zahnkontakt.

Wie erfolgt die Behandlung mit einer Michiganschiene?

Michiganschiene

Die Behandlung beginnt mit einer gründlichen Untersuchung in der Zahnarztpraxis. Dabei wird zunächst überprüft, ob eine Aufbissschiene sinnvoll ist und welche individuellen Anforderungen berücksichtigt werden müssen. Anschließend erfolgt die genaue Vermessung des Gebisses.

Für die Herstellung der Michiganschiene werden Abdrücke oder digitale Scans von Ober- und Unterkiefer erstellt. Zusätzlich wird häufig ein sogenannter Gesichtsbogen verwendet. Dieses Messinstrument hilft dabei, die genaue Position des Oberkiefers im Verhältnis zum Schädel zu bestimmen. Dadurch kann die spätere Schiene besonders präzise angefertigt werden.

Im nächsten Schritt werden die Kieferbewegungen analysiert. Hierfür kommt ein spezielles Gerät zum Einsatz, das die Bewegungsabläufe des Kiefers simuliert. Auf diese Weise kann die Schiene exakt an die individuelle Bisssituation angepasst werden. Ziel ist es, eine möglichst natürliche und gleichzeitig entlastende Position für den Kiefer zu erreichen.

Optisch erinnert eine Michiganschiene ein wenig an einen Mundschutz, wie er beispielsweise im Boxsport verwendet wird. Allerdings ist sie deutlich filigraner und speziell auf die Zahnstruktur abgestimmt. Nach der Fertigung im zahntechnischen Labor wird die Schiene in der Praxis eingesetzt und bei Bedarf noch fein angepasst.

Bei der Übergabe erhalten Patientinnen und Patienten eine ausführliche Einweisung zur Anwendung und Pflege. Die Schiene sollte regelmäßig gereinigt werden, damit sie hygienisch bleibt und ihre Funktion langfristig erfüllt.

In den meisten Fällen wird die Michiganschiene nachts getragen. Während des Schlafs können viele Menschen unbewusst mit den Zähnen knirschen oder pressen, ohne es zu bemerken. Durch das Tragen der Schiene wird dieser Druck abgefangen und die Zähne werden geschützt.

Regelmäßige Kontrolltermine sind wichtig, um den Behandlungserfolg zu überprüfen. Dabei wird kontrolliert, ob die Schiene noch optimal sitzt und ob sich Veränderungen im Biss ergeben haben.

Welche Indikationen sprechen für eine Michiganschiene?

Die häufigste Ursache für den Einsatz einer Michiganschiene ist das sogenannte Bruxismus, also nächtliches Zähneknirschen oder starkes Zusammenpressen der Zähne. Dieses Phänomen tritt bei vielen Menschen auf und bleibt oft lange unbemerkt. Erst wenn Zahnschäden, Verspannungen oder Schmerzen auftreten, wird das Problem erkannt.

Durch das Knirschen können die Zähne stark abgenutzt werden. In manchen Fällen kommt es sogar zu kleinen Rissen im Zahnschmelz oder zu empfindlichen Zahnhälsen. Die Michiganschiene verhindert den direkten Kontakt der Zähne und schützt so die Zahnsubstanz vor weiterer Abnutzung.

Auch bei der Vorbereitung bestimmter zahnmedizinischer Behandlungen kann eine Aufbissschiene sinnvoll sein. Beispielsweise kann sie vor dem Einsetzen eines Zahnimplantats verwendet werden, um die Bisslage zu stabilisieren und die Belastung des Kiefers auszugleichen.

Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich ist die Behandlung von Beschwerden im Kiefergelenk. Ein falscher Biss oder eine dauerhafte Überbelastung der Kiefermuskulatur kann zu Schmerzen, Verspannungen oder sogar Kopfschmerzen führen. In manchen Fällen entsteht daraus eine sogenannte craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD. Dabei handelt es sich um eine Funktionsstörung des Zusammenspiels von Kiefergelenken, Kaumuskulatur und Zähnen.

Eine individuell angepasste Michiganschiene kann in solchen Fällen helfen, die Belastung zu reduzieren und das natürliche Gleichgewicht im Kausystem wiederherzustellen. Dadurch lassen sich Beschwerden häufig deutlich lindern und langfristige Schäden vermeiden.

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